Barcelona (3) – Madrid (1) und Rassismus im Fußball

Dezember 16th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Und wieder ist der »Clasico« vorbei, wieder endete er mit einem dominanten Sieg des FC Barcelona. Ich bin kein all zu großer Fan des FC Barcelona, aber ich bein ein noch kleinerer Fan des Jose Mourinho, deshalb kann ich eine gewisse Zufriedenheit mit diesem Ergebnis nicht leugnen. Aber wenn man sich diese beiden Mannschaften anschaut, fällt es schwer, dem FC Bayern noch realistische Chancen auf den Gewinn der Champions League im eigenen Stadion zuzugestehen. Vor allem, da dieser den Zenit seines Höhenfluges vom Saisonbeginn erstmal überschritten zu haben scheint.

Obwohl die spanische Liga damit momentan die beiden vielleicht besten Mannschaften der Welt beherbergt, hat sie auch eine andere Seite. So fielen gerade die Fans des FC Barcelona wiederholt durch rassistische Beleidigung von Gegenspielern auf. Nicht zum ersten Mal wurde der dunkelhäutige Marcelo Vieira da Silva Junior, ein Außenverteidiger bei Real Madrid, in Barcelona von den Zuschauern als »Affe« beschimpft, nicht zum ersten Mal ertönten von den Rängen »Ugh, ugh«-Rufe in seine Richtung. Aber auch die Anhänger anderer Mannschaften verhalten sich nicht besser: Als der Kameruner Samuel Eto’o 2006 noch für Barcelona spielte, galten ihm die Affengeräusche und geworfenen Erdnüsse der Fans von Real Zaragoza. Eto’o verließ empört das Spielfeld. In Italien zeigt sich diese Problematik ebenfalls intensiv. Hier kommen diese Äußerungen teilweise sogar von den eigenen Fans.

Wie sich dunkelhäutige Spieler in Deutschlands Stadien fühlen, vermag ich nicht zu sagen, Neonazis gibt es dort jedenfalls genug. Als ich das erste Mal im Stadion war, wusste ich noch nicht, was es bedeutete, aber die Fans der Heimmannschaft sangen in Richtung der Gäste aus Hamburg »Eine U-Bahn, eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir, von St. Pauli bis nach Auschwitz, eine U-Bahn bauen wir« zur Melodie von »Oh My Darling Clementine«. Die Hooliganvereinigung »Hoonara«, deren Namen als Abkürzung für »Hooligans, Nazis (oder Nationalisten), Rassisten« steht, ist da nur die Spitze des Eisbergs. Auch die Affengeräusche und rassistischen Beschimpfungen gibt es, wobei sie in einem aktuellen Fall aus der Regionalliga sogar von Spielern der gegnerischen Mannschaft gekommen sein sollen. Der Schiedsrichter, bei dem die Betroffenen sich in der Halbzeitpause beschwerten, griff offenbar nicht ein.

Hin und wieder hege ich die Hoffnung, dass das Vorhandensein vieler dunkelhäutiger Fußballspieler langfristig zu ein klein wenig mehr Offenheit bei den Zuschauern führen könnte, oder zumindest zu einem ernsten Dilemma bei rassistischen Fußballfans. Das scheint naiv zu sein. Rassisten bleiben Rassisten, und die Antwort darauf bleibt auch die selbe.

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